Ausblick.

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Brüning & Bongardt, Barmen (um 1920)
Jedes Harmonium erzählt so seine Geschichte. Bei diesem zweispieligen Saugwindinstrument wurde im Rahmen der Blasebalgüberholung auch der alte Papierbelag auf der Magazinbalgplatte entfernt. Darunter kamen, mit Bleistift in Sütterlin geschrieben, die folgenden Verszeilen zum Vorschein:

Ach Schatz, ich hab so ne große,
ne große Sehnsucht nach Dir,
und du, du hast so nen langen,
nen langen Weg zu mir.

Offensichtlich hat da der Harmoniumbauer seinen Liebeskummer verewigt...
Nun hat das Instrument wieder eine schöne Stimme und gleich noch eine passende Bank aus Eichenholz dazu bekommen.

J. B. Napoleon Fourneaux, Paris (vor 1850)
Das ist nun wirklich das bisher älteste Instrument, das meine Werkstatt besucht hat. Zwar läßt es sich nicht ganz genau datieren, aber da Fourneaux sein Unternehmen um 1850 in eine andere Straße in Paris verlegt hat und dieses einen Stempel mit der älteren Adresse trägt, läßt sich das Alter ganz gut eingrenzen.
Eine Besonderheit dieses einspieligen Druckwindinstruments ist neben einer etwas ungewöhnlichen Anordung des Magazinbalgs vor allem die senkrechte Lage des Stimmstocks mit den Zungen für die unteren dreieinhalb Oktaven (abwechselnd vorne / hinten) – eine Bauform, die Fourneaux öfter angewendet hat.
Th. Mannborg, Leipzig (1910)
Mich würde ja einmal interessieren, was jemanden dazu veranlaßt, ausgerechnet die nützlichsten Spielhilfen aus einem Harmonium auszubauen.
Bei diesem Instrument wurden tatsächlich die Oktavkoppel, das Prolongement und die komplette Diskantexpression samt drittem, mittlerem Kniehebel entfernt und das Instrument damit wesentlicher musikalischer Gestaltungsmöglichkeiten beraubt.
Da hilft dann nur eine Rekonstruktion: Für die Expression wurden mittlerer Kniehebel, Kulissenschaltung und Steuerbalg neu gebaut, und auch eine Oktavkoppel ist wieder hinzugefügt.
Das Prolongement wird später ergänzt, denn zunächst mußte das Budget in die Beseitigung zahlreicher Holzwurm- und Mottenschäden gesteckt werden...
Hug, Leipzig (Hersteller vermutlich Th. Mannborg)
Bei diesem zweispieligen Druckwindinstrument war eine gründliche Generalüberholung vonnöten – u.a. mußte die gesamte Dichtungswulst erneuert werden, weil die unfachmännische Abdichtung mit Moosgummi ziemlich klebrigen Schaden angerichtet hatte. Also vier Meter Seil mit Leder umnähen...
Auch alle Tonventile haben einen neuen Belag erhalten, weil gefräßige Motten gründliche Arbeit verrichtet und den Filz weggefressen hatten; auch die Blasebälge, die in den Zwickeln Löcher hatten, wurden neu bezogen.
Nun macht das Spielen auf diesem klangschönen Harmonium mit einer wirkungsvollen Expression wieder großen Spaß!
Liebmann (Juni 1924)
Dieses Harmonium ist ganz ungewöhnlich disponiert: Beide (achtfüßigen) Spiele bestehen aus sehr eng mensurierten Zungen und stecken in kleinen, niedrigen Kanzellen. Die so gewonnenen Klangfarben heißen oft wegen ihres etwas sphärisch anmutenden, zart streichenden Tons "Viola aetherea"; hier ist die leise Grundstimme ein "Salizional". Daß ein normal breiter 8' fehlt, hat mich zunächst verwundert.
Umso erstaunlicher dann, daß beim oberen Spiel eine zusätzliche Registerklappe kleine Bohrungen über den Zungenspitzen freigibt. Diese Konstruktion ist eigentlich typisch, um aus einer Oboe eine obertonreiche Schalmei zu generieren. Hier wird die Wirkung noch verstärkt durch zwei kleine Schwellklappen auf dem üblichen Forte-Schwellkasten, die mit Lederriemchen aufgezogen werden. Diesem Klang ist der Registerzug "Seraphon" zugeordnet.
Schließlich bildet die zweite 8'-Zungenreihe zusammen mit dem Salizional eine schwebende Aeolsharfe . Na, und die Vox humana, der übliche Drehflügeltremulant, darf natürlich auch nicht fehlen, hier in der alten Bauform ohne Start-/Bremshebel.
Den Liebmannista-Spielapparat habe ich auf Kundenwunsch nicht restaurieren können; er benötigte die Einfinger-Automatik nicht...
Steinmeyer, Oettingen (ca. 1933)
Ein schönes, grundsolides Pedalharmonium von Steinmeyer mit der Seriennummer 5806 – hier vor dem Verladen im Werkstatthof zwischengeparkt.
Die klassische Windversorgung über Tretschemel und Handschöpfeinrichtung (mit einem kleinen, mechanischen Windvorratsanzeiger für den Kalkanten) wurde vollständig überholt, aber das optionale Gebläse, kein dezidiertes Harmoniumgebläse, reicht nicht für genügend Spielwind. So habe ich zunächst nur einmal den Anschluß dafür von hinten auf die rechte Seite verlegt, sonst könnte man das Harmonium nicht mit dem Rücken an die Wand stellen. Ein vernünftiges Gebläse samt schallgedämmtem Gehäuse folgt dann, wenn das Budget es wieder erlaubt.
Aufwendig war die Instandsetzung des Innenlebens, denn wirklich jeder kleine Fitzel Filz war angefressen, sogar der Belag der Tonventile, die ja eigentlich geschützt in der Windlade liegen. Also 122 Ventile in den beiden Manualen und 30 im Pedal neu belegen...
Die Disposition ist völlig ausreichend für ein Übeinstrument, denn der schmal mensurierte 8' im Obermanual ist mit einer Abschwächung versehen; im Untermanual gibt es einen 8' Prinzipal und eine Flöte 4'. Mit der durchkoppelnden Pedalkoppel I-P und der Manualkoppel II-I hat man viele klangliche Kombinationsmöglichkeiten zur Verfügung.
Th. Mannborg, Leipzig (1906)
Diesem Instrument hat Mannborg trotz seiner nur zwei Spiele eine sehr nuancierte Klangdifferenzierung gegönnt. Neben den Dolce-Klappen, die an den Mutzen von Diapason und Melodia je nach deren Stellung den Klang verändern, ist der Principal 4' im Baß als Halbzug ausgeführt. In seiner ersten Raststellung gibt er nur eine kleine Öffnung für die Luftzufuhr frei, so daß der Klang obertonarm und leiser bleibt; erst bei voll gezogenem Zug klingt er kräftig und gut zeichnend.
Unbekannter Hersteller
Offensichtlich wurde bei diesem zweispieligen Harmonium das Registervorsatzbrett, das üblicherweise in Goldlettern den Firmennamen trägt, irgendwann einmal nachgeschwärzt und der Schriftzug ging verloren. So bleibt zwar der Hersteller anonym, aber dafür läßt es sich historisch gut datieren: Die Schöpfbalgplatten sind von innen mit Zeitungspapier einer Ausgabe der Deutschen Kriegszeitung vom 3. Oktober 1914 beklebt, einschließlich Schokoladenreklame...
Th. Mannborg, Leipzig (Oktober 1926 und 1923)
Zwei Saugwindinstrumente aus dem gleichen Hause, und obwohl nur drei Jahre dazwischen liegen, vertreten sie zwei völlig verschiedene Konzepte.
Das ältere (rechts), das noch letzte Anklänge an die Jugendstilornamentik aufweist, ist als klassisches Zweispiel disponiert: Diapason/Melodia 8' mit Abschwächung, dazu ein Prinzipal 4' im Baß und eine Schwebung Vox coelestis 8' im Diskant. Deren zweite Zungenreihe ist allerdings als Viola 8' herausgezogen, mit einem Registerzug an der Stelle, an der man eigentlich die Vox humana erwarten würde. Die Viola ist mit der Melodia gleich gestimmt - die Schwebung entsteht durch gezielten Luftmangel des Melodia-Spiels.
Eine völlig andere Disposition weist das jüngere, links abgebildete Instrument auf. Hier sind drei Zungenreihen verbaut; auch hier Diapason/Melodia mit der jeweiligen Abschwächung, dann aber die mit sehr schmal mensurierten Zungen versehene Viola aetherea über das gesamte Manual, die mit einem ebenso schmal mensurierten und tiefer gestimmten weiteren Spiel die Schwebestimme Aeoline generiert. Zusätzlich läßt sich auch hier noch die Vox coelestis als zweite, kräftigere Schwebung nutzen. Ein rein achtfüßiges Instrument also, mit vielen möglichen Abstufungungen und sanften Schattierungen.
Eine solche Harmonium-Disposition verwenden gerne der Organist Gunnar Idenstam und die Geigerin Lisa Rydberg in ihrem Programm "Bach på Svenska" (Bach auf Schwedisch).
Th. Mannborg, Leipzig (ca. 1910)
Saugwind-Kunstharmonium
Es freut mich sehr, daß ich diese Rarität erwerben konnte: Ein Kunstharmonium in Saugwind-Technologie ist doch ausgesprochen selten zu finden, daher lohnt sich für dieses ziemlich ramponierte Stück eine detailgetreue Restaurierung.
Neben einer üppigen Klangfarbendisposition finden sich vier (!) Kniehebel, drei Talonnieres, Prolongement und Forte expressiv für Baß und Diskant. Aber an dem völlig zerissenen Steuerbälgchen für letztere sieht man schon, welcher Restaurierungsaufwand da auf mich wartet.
Neben der erfüllenden Aufgabe der Wiederherstellung eines musikhistorisch bedeutsamen Instruments bin ich natürlich sehr gespannt darauf, mit welchen technischen Tricks Mannborg hier gearbeitet hat – steht doch der Begriff "Kunstharmonium" normalerweise für die renommierte Druckwind-Konkurrenz...
D.W. Karn, Woodstock/Ontario, Kanada (ca. 1899)
... und schon wieder ein Karn!
Oder sollte ich lieber sagen "Kärnchen"? Denn mit seinen Abmessungen von nur 88 cm Breite, 41 cm Tiefe und 106 cm höhe ist es ein sehr kompaktes Harmonium, das vielleicht sogar einmal als leicht zu transportierendes Instrument eines Wanderpredigers gedient hat.
Trotz der recht einfachen Konstruktion und nur vier Oktaven Manualumfang ist es mit zwei vollständigen Spielen (8' durchlaufend sowie 4' im Baß und Schwebung 8' im Diskant) ein ernst zu nehmender Vertreter seiner Gattung.
Olof Lindholm, Borna (1910)
Auch in diesem dreispieligen Saugwindinstrument hat sich mit Datum und Jahreszahl der Mitarbeiter Lindholms, Paul Vogel, verewigt: 1. März 1910 steht mit Bleistift in der Windlade.
Ein sehr schön intoniertes Harmonium, das mit vielen Klangschattierungen besticht...
Kleinharmonium, Mason & Hamlin, Boston (USA)
Als dieses kompakte Instrument mit nur gut drei Oktaven Tastaturumfang – ein gern als "Baby Reed Organ" bezeichnetes Harmonium – in meine Werkstatt kam, war die erste Frage: Und wo sind die Rückstellfedern für die Schöpfbälge?
Nach ausgiebiger Untersuchung und der Auswertung aller Indizien ist das Ergebnis: Es benötigt keine.
Warum? Die Tretschemel haben ihre Drehachse etwa ein Viertel von ihrem Ende entfernt, und deren Verbindung zu den Bälgen besteht aus einer starren Stange, keinem Gurt.
Daraus kann man schließen, daß der Spieler selbst die Rückstellung der Schöpfbälge mit seiner Ferse bewirken muß. Einfach, aber wirkungsvoll.
Nun, das gute Stück ist ziemlich ramponiert: Unter anderem sind die Tastenbeläge teilweise mehrfach mit ungeeignetem Material gestückelt, kein schönes Spielgefühl. Und welche Wirkung der clevere Kniehebel auf die Dynamik hat, läßt sich wohl erst herausfinden, wenn die löchrigen Bälge neu bezogen sind und überhaupt mal wieder ein erster Ton erklingen kann.
Dominion Piano & Organ Co.
Bowmanville, Ontario, Canada (ca. 1884)
In diesem imposanten Korpus verbirgt sich ein zweispieliges Saugwindharmonium , das auch wieder einmal mit überraschenden technischen Details aufwartet.
So ist hier z.B. die Mechanik zur Bedienung der Oktavkoppeln außergewöhnlich konstruiert, und der Flügel der Vox humana taucht mit der unteren Hälfte in ein geschlossenes Gehäuse ein, was interessanterweise eine sehr intensive Wirkung verursacht.
Klangschön und kräftig, auf 443 Hz gestimmt, steht es nun einer Musikhochschule zum regelmäßigen praktischen Gebrauch zur Verfügung, obwohl sein Äußeres mit dem aufwendig facettiert geschliffenen Spiegel es eher in die Diele oder den Salon eines gutbürgerlichen englischen Haushalts verortet.
Vielleicht ist das ja seine Vorgeschichte, denn zwischen den Tasten und der Oktavkoppel fand sich noch ein kupferner Halfpenny mit dem Konterfei von King George VI...
J. Hillier, London (ca. 1889)
Very British, dieses Harmonium von James Hillier aus London: mit schöner Malerei auf dem Notenständer und der Tastaturfrontblende und mit von Messingreifen eingefaßten Registerzügen.
Geschickt ist hier eine Konstruktion, die es ermöglicht, mit kleinen Stellschrauben die Tastenhöhe auszugleichen, was viel komfortabler ist als das Aufkleben von Konfetti auf die Stecherstäbe zum Geradelegen der Tastatur.
Leider hat auch hier schon jemand wüst gebastelt, das originale Fundamentbrett durch eine Spanplatte ersetzt und gleich mit den Bälgen und Windlade verleimt.
Es war schon ziemlich mühselig, die verzogene, aufgeweichte Platte gegen vernünftiges Material auszutauschen...
Zungenetui
Immer wieder praktische und ungewöhnliche Lösungen zu finden ist ja mein Ding: Hier habe ich z.B. für einen Kunden ein Holzetui gebaut, um zwei komplette Spiele mit je 49 Zungen für ein Reiseharmonium aufzubewahren. Schließlich macht es ja Sinn, statt für unterschiedliche musikalische Einsätze ein Harmonium umzustimmen, einfach einen weiteren Satz in der passenden Tonhöhe bereit zu halten. So geraten die Zungen in den mit Filz ausgeschlagenen Aussparungen nicht durcheinander.
Olof Lindholm, Borna (1906)
Der Händler, der dieses Instrument aus der Werkstatt von Lindholm verkaufte, war Gustav Weischet aus dem kleinen Ort Dahlerau im Bergischen Land, heute Ortsteil von Radevormwald. Schon aus dieser Gravur unter dem Registervorsatzbrett konnte man das ungefähre Alter erschließen, denn er vergrößerte sein Geschäft mit einem Umzug nach Wuppertal-Elberfeld 1908.
Umso mehr konnte ich mich dann über eine mit Bleistift geschriebene Windladensignatur freuen: Die Notiz "G. Kupfer, d. 23/6 1906 fertig" liefert nun eine exakte Datierung dieses zweispieligen Saugwindharmoniums mit der Seriennummer 4692. Übrigens führten drei Generationen Weischets den Lindholm'schen Betrieb weiter, als Olof sich 1911 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Harmoniumbau zurückzog.
Das imposante Gehäuse erinnert mit der überdimensionalen Muschelverzierung ein wenig an die Gründerzeit...
M. Hörügel, Leipzig (1914)
Mit viereinhalb Spielen sehen wir hier ein gut ausgestattetes Saugwindharmonium des - wie er von sich selbst behauptete - größten deutschen Harmoniumherstellers.
In der Tat steckt in diesem imposanten Instrument auch eine große und differenzierte Klangfülle, und der Erhaltungszustand des Instruments, das im nächsten Jahr seinen 100. Geburtstag mit einigen Konzerten feiern wird, war ausgesprochen gut.
Abgesehen von der unbefriedigenden Luftversorgung, die durch die Alterung des Gummituchs der Balsebälge zu den üblichen Problemfällen zählt, waren nur dem Verschleiß unterworfene Teile zu überholen.
Natürlich wurden auch der Eichenholzkorpus aufgearbeitet und die Kerzenleuchter poliert. Mit einer Höherstimmung auf 442 Hz steht nun einer intensiven musikalischen Nutzung nichts mehr im Wege.
Harmonium-Bänke
Auch das gehört dazu: Instrumente gibt es noch viele, aber es mangelt immer wieder an einer ergonomisch günstigen und stilistisch passenden Harmoniumbank.
Für ein optimales Bespielen sind die Höhe und die Sitzflächenneigung von entscheidender Bedeutung (ein gerader Klavierhocker oder ein Stuhl mit vielen Kissen - das geht gar nicht!).
Genauso wichtig finde ich aber auch die Ästhetik, und so konstruiere ich gerne zum Kundeninstrument ein Sitzmöbel mit der entsprechenden Ornamentik.
Magnus Hofberg, Leipzig (um 1912)
Ist das nicht ein Prachtexemplar? Der Großvater des heutigen Besitzers hat dieses Instrument angeschafft und sich dabei die üppigste Disposition gegönnt: 5+1/2+1/5 Spiele mit feinstnuancierten Klangabstufungen stecken in einem klassizistisch anmutenden Korpus, dessen Säulenverzierungen in massiven Messingdrehteilen als Kapitellen enden.
Viel Liebe zum Detail steckt in den kleinen Blumenornamenten und den Kerzenhaltern, ebenfalls aus massivem Messing, so wie den schwarzen Ziergirlanden aus gepreßter Buche.
Viel Arbeit steckte allerdings auch darin: Stark oxydierte Zungen, die sich kaum noch aus den Kanzellen ziehen ließen, Holzschäden am Stimmstock, Schimmel und Holzwurmbefall – da muß man schon mal aus Leidenschaft und voller Überzeugung für das wertvolle Stück mehr Zeit aufwenden als das Budget hergibt. Aber es hat sich absolut gelohnt! So ein Exemplar findet sich sicher so schnell nicht wieder.
D.W. Karn, Woodstock, Ontario (Canada), 1901
Wieder einmal eines der klangschönen Instrumente aus Übersee: zweispielig, im massiven Nußbaumkorpus und mit einer langen Geschichte.
Die Eigentümer haben es aus England mitgebracht, und es läßt sich noch zurückverfolgen, daß ein Musikinstrumentenhändler aus Dundee in Schottland es aus Kanada importiert hatte. Er hatte seinen Sitz in Dundee's Nethergate, einer lebendigen Geschäftsstraße, die auch heute noch diesen Namen trägt, wie ich in den Sommerferien festgestellt habe.

Übrigens: Ein Harmonium (von Wilcox & White) war sogar mit auf der Discovery, dem Schiff, mit dem Scott zum Südpol gesegelt ist – ein Geschenk der Gemeinde von Christchurch auf Neuseeland. Es hat schwerste Stürme überstanden und steht heute in erstaunlich gutem Zustand in Dundee im Discovery Point.
Wetzel, Hamburg (ca. 1930)
Ein Fall von Familienzusammenführung:

Die Firma Wetzel hat viele evangelisch-freikirchlich engagierte Familien und Gemeindehäuser mit Harmonien versorgt, und als nun eine Verwandte von Wetzels nach einem Erinnerungsstück aus der Familie suchte, konnte ich dieses dreispielige, nur mit 8-Fuß-Registern unterschiedlichster Klangfarben ausgestattete Instrument weitervermitteln, das bei einer Kundin ein ungenutztes Dasein fristete.
Auf dem Weg in sein neues Zuhause ist es natürlich erst einmal in meiner Werkstatt wieder in Bestzustand versetzt worden, und bevor es seine neue Besitzerin erfreuen darf, hat es noch einen großen Auftritt im Potsdamer Schloß Sanssouci: "Bach auf Schwedisch" heißt das Programm, bei dem es seine fein abgestuften Klangfarben präsentieren darf...

Theodor Mannborg, Leipzig (1905)
Ein Kirchenharmonium aus dem Hause Mannborg, das eine ganze Menge Recherche erforderte, denn bis auf drei Registerzüge waren alle abgebrochen und abhanden gekommen. Ungewöhnlich für ein Saugwindinstrument auch der Manualumfang C bis c''''. Als Modell "Styl 18" wurde es in den verschiedensten Varianten gebaut; hier mit dem normalen 8' und seiner Abschwächung und einem zweiten 8' mit extrem breiten Zungen, die gemeinsam eine Schwebung bilden. Subbaß (C-c) und Oktavkoppeln runden das Klangbild ab.
Olof Lindholm, Borna (1. Dezember 1921)
Alte Bekannte trifft man bei der Harmonium-Restaurierung selten. Ein baugleiches Instrument hatte ich erst im November in der Werkstatt – signiert und datiert vom gleichen Mitarbeiter der Firma Lindholm, Paul Vogel. Mechanik, Disposition (8', 8', 8'-Schwebung, 4') und der Korpus mit Schnitzereien (diesmal in Nußbaum dunkel) und Kerzenhaltern waren identisch.
Schiedmayer, Stuttgart
zweimanualiges Druckwind-Kunstharmonium
Eine traumhafte Aufgabe (und viel Arbeit) kommt da auf mich zu: Dieses zweimanualige Druckwindinstrument mit zehn Zungenreihen im Baß und dreizehn im Diskant ist mit so ziemlich allem ausgestattet, was ein großes Kunstharmonium braucht. Dafür hat es auch Abmessungen, mit denen man durch keine normale Zimmertür oder noch durch ein Treppenhaus kommt.

Doppelte Expression, Prolongement mit zusätzlicher Hackenauslösung, Metaphone, Forte fixe, Grand Jeu als Fußhebel, geteilte Manualkoppel, Halbzüge, die entweder nur die Töne des Prolongement-Bereichs mit Luft versorgen oder als Abschwächungen dienen und natürlich die zauberhaftesten Klangfarben – von der betörenden 32' Baryton-Solostimme bis zu den verschiedensten Schwebungen und der Percussion für die 8'-Grundstimme. Ich bin äußerst gespannt, wie darauf Karg-Elert oder die französischen Komponisten klingen...

Bell Organ & Piano Co. (ca. 1895)
Guelph, Canada
Ist das nicht ein Prachtexemplar? Mit viereinhalb Spielen und der Subbaß-Oktave im Unter- und dreieinhalb Spielen im Obermanual ist dieses zweimanualige Saugwindharmonium klanglich großzügig disponiert – sogar ein nicht repetierender 2' hellt den Klang fast orgelmixturartig auf.
Damit aufgrund der großen Korpusbautiefe die 8'-Grundstimme genügend Volumen erhält, hat man bei Diapason und Melodia auf eine Registerklappe verzichtet und stattdessen unmittelbar einen großen Resonanzkörper an den Stimmstock angebaut. Das machte wiederum eigene Tastenventile für diese Zungenreihe erforderlich, die über Wippenbalken eingeschaltet werden.
Es fasziniert mich immer wieder, mit welchem Einfallsreichtum die Konstrukteure im Harmoniumbau vorgegangen sind und welche raffinierten Problemlösungen sie dabei gefunden haben.
Olof Lindholm, Borna (1912)
Mit diesem Instrument gibt es gleich zweimal etwas zu feiern: Zum einen ist es das 100. Harmonium, das in meiner Werkstatt generalüberholt wurde, zum anderen begeht es selbst am 18. November 2012 seinen 100. Geburtstag.
In der Windlade dieses vierspieligen Saugwindinstruments hat sich nämlich mit Datum und Namenszeichen ein Paul Vogel verewigt; wohl der Mitarbeiter des Herstellers, der es am 18.11.1912 endmontiert hat.
Zu diesem Ehrentag habe ich mit einem kleinen Geschenk beigetragen und die Kerzenhalter, von denen nur noch die Befestigungen vorhanden waren, mit stilgerechten Auslegern komplettiert.
Die Besitzerin hat sich dann auch gleich entschieden, daß dieses Harmonium, das sie von Ihrem Urgroßvater übernommen hat, wieder regelmäßig erklingen soll – und nimmt nun Unterricht. Toll, finde ich...
Ein Beispiel mit Nachahmungswert!
Peter Titz, Wien (ca. 1860), Physharmonika
Nachdem schon ein leidenschaftlicher Sammler in meinem Kundenkreis eine solche Physharmonika an Land gezogen hat, ist dies von der Handvoll erhaltener Exemplare nun das zweite in Düsseldorf. Beide sind in einem recht guten Zustand, so daß sich nun im direkten Vergleich die jeweils fehlenden Teile rekonstruieren lassen.
Die Zungen sitzen bei diesem Harmonium-Vorläufer noch in einzelnen kleinen Holzresonatoren. Mit sechs Oktaven Manualumfang und jeweils einer Oktavkoppel für Baß und Diskant ergibt das eine voluminöse Klangfülle.
Wie so oft bei Druckwindinstrumenten ist auch hier die Expression stillgelegt (jemand hat den Registerzug ausgebaut, die Mechanik ist aber noch vorhanden); es ist eben nicht ganz einfach, sich die dafür erforderliche Spieltechnik anzueignen – aber für ein"artgerechtes" Musizieren unumgänglich...
Th. Mannborg, Leipzig (1918)
Alter Schwede, könnte man da sagen – denn im Magazinbalg fand sich eine zum Abdichten aufgeleimte alte Zeitung: eine Ausgabe des Svenska Dagbladen von Fredagen, den 12. Juli 1918. Offensichtlich hat Mannborg auf diesem Weg Kontakt zu seiner schwedischen Heimat gehalten.
Abgesehen vom Zeitungsdatum weisen auch andere Dinge darauf hin, daß dieses Harmonium eines Kölner Tonstudios kurz vor dem Ende des ersten Weltkriegs gebaut wurde: Zwar hat es Messingzungen zur Tonerzeugung, aber offensichtlich zwangen Versorgungsmängel den Hersteller dazu, die Zungenrahmen aus Zink statt Messing anzufertigen. Die wertvolleren Metalle wurden halt für den Krieg gebraucht, so wie man auch die Zinn-Prospektpfeifen der Kirchenorgeln 1917 eingesammelt und häufig durch Zinkpfeifen ersetzt hat. Ein interessanter Zeitzeuge also...
Mason & Hamlin, Boston (12. März 1883)
Etwas despektierlich könnte man diesem 2+1/5-spieligen Modell Style 362 auch eine Gartenzaun-Optik bescheinigen, aber die neugotische Formgebung hat durchaus ihren Reiz. Bei geschlossenem Deckel sieht dieses Harmonium ein bißchen wie eine kleine Kirche aus, und auch die Rückseite ist für eine freistehende Aufstellung im gleichen Stil gestaltet. Die hintere Dachschräge verfügt über zusätzliche, mit dem rechten Kniehebel bediente Jalousieschweller.
Die Vielzahl der stummen Zungen hatte ihre Ursache wohl in einem zu dicht stehenden Weihnachtsbaum, der kräftig hinein genadelt hat: in allen steckte eine Tannennadel.
Leider hat irgendwann jemand die Vox humana ausgebaut, deren Luftkanäle zugeleimt und die Registerzugdurchführung mit einem Spund verschlossen. Aber alles andere ist nach gründlicher Generalüberholung nun wieder funktionsfähig und klangschön.
M. Hörügel, Pedalharmonium (ca. 1928)
Beim ersten Anschauen dieses Pedalharmoniums bekam ich erst einmal eine Ladung leerer Sonnenblumenkernschalen ab, als ich die hintere Forteklappe des Oberwerks öffnete. Da haben wohl ein paar Generationen Mäuse gewohnt...
Zum Spielen dieses Intruments müssen Sie nicht unbedingt "einen neben sich stehen haben", denn außer der Handschöpfanlage gibt es auch ein im Winddruck regelbares, elektrisches Gebläse und natürlich, wenn man auf's Pedalspiel verzichten kann, die herkömmlichen Tretschemel.
Elf (!) Zungenreihen verteilen sich auf Ober- und Untermanual, dazu kommt ein eigenständiger 16' im Pedal. Allerdings fehlt derzeit eine Koppelmöglichkeit, um die Register der Manuale im Pedal nutzbar zu machen. Damit man also nicht nur einen "Rumpelbaß" spielen kann, rüste ich nun wenigstens eine Koppel I-P nach – für mehr fehlt leider der Platz.
Selbst das ist schon eine kleine Herausforderung, denn um den Abstand zwischen den Pedalventilen von ca. 30 mm an den von nur ca. 13 mm der (auch noch ganz außen liegenden) linken 27 Tasten des Manuals anzupassen, benötigt man ein Wellenbrett, für das mir nur 40 mm Bautiefe zur Verfügung stehen. Da arbeitet man dann mit allen Tricks, z.B. in Nuten eingelassenen Aluminiumwellen und gekröpften Abstraktendrähten...

Mittlerweile ist dieses Harmonium nach Österreich gelangt und wird in Hollenegg in der Steiermark in der Kirche St. Wolfgang seinen Platz finden.

Liebmannista-Spielapparat
Der von Liebmann entwickelte Spielapparat ist der mechanische Vorläufer der Einfinger-Begleitautomatik heutiger elektronischer Keyboards.
Die kleinen runden Knöpfe sind mit Nummern und Symbolen gekennzeichnet, und entsprechende Notendrucke enthielten neben der einstimmig aufgeschriebenen Melodie samt Text die entsprechenden Markierungen über den Noten. So konnte auch der musikalisch nicht so Kundige diese Lieder im vierstimmigen Satz begleiten. Dabei war die Auswahl der vorprogrammierten Akkordverbindungen musikalisch recht anspruchsvoll, und mit den beiden Flügelmuttern ließ sich sogar die Tonart entsprechend anpassen.
Mechanisch funktionierte das Ganze so, daß schmale Holzleisten von den Knöpfen heruntergedrückt wurden, die mit kleinen Ringschrauben oder Klötzchen die entsprechenden Tasten betätigten. Bei diesem zweispieligen Instrument läßt sich natürlich auch ganz normal musizieren: Der Spielapparat kann hineingeschoben werden und gibt dann die Tastatur frei...
Merklin & Schutze, Bruxelles (vor 1853)
Es geht noch älter: Nach dem Alexandre von 1859 ist dieses Vierspiel seines Schülers Merklin mit großer Wahrscheinlichkeit auf vor 1853 datierbar, weil es noch den alten Firmennamen trägt, der in diesem Jahr wechselte. Mit Sicherheit wurde es aber vor 1855 gebaut, weil sonst neben der Medaille von 1847 auf dem Fimenschild der 1855 gewonnene erste Preis bei der Weltaustellung in Paris als bester Werbeträger ebenfalls darauf abgebildet gewesen wäre.
Beste Werbung war allerdings nicht die Arbeit des angeblichen Profis, der sich schon an diesem Instrument zu schaffen gemacht hat. Die neu gebauten Schöpfbälge sind eine Fehlkonstruktion; sie haben keine starren Balgfalten aus Holz und Lederverbindungen, sondern einen abenteuerlichen Gummituchbezug. Die Luftversorgung macht also ein bißchen den Eindruck eines Frosches, der seine Backen aufbläst. Für ein Spiel ohne Expression ist das noch hinnehmbar, aber mit gibt es einfach kein kontrollierbares Spielgefühl.

Zudem sind die Balgplatten mit dicken Metallscharnieren verbunden worden, wodurch sich die Gesamtposition der Balganlage so verändert hat, daß die Abschottungen der Windkammern permanemt Registerklappen betätigten, die damit nicht mehr abstellbar waren.
Die viele Arbeit – Reparaturen, Korrekturen der Registertraktur, Reinigung der gesamten Spielanlage, Neubelederung aller Registerklappen, Überholung der Tastenventile etc. – wird nun aber mit einem kräftigen Klangbild belohnt. Und irgendwann bekommt auch das Gehäuse noch seinen Putz: immerhin hat das Instrument nun wieder einen Schalldeckel mit Notenständer...
Alexandre et Fils, Paris (1859)
Ein schönes, klassisches Vierspiel aus bestem Hause, zugleich das nachgewiesen älteste Instrument, das bisher in meiner Werkstatt war: "28. Fevrier 1859" steht handschriftlich vermerkt in der Windlade des Instruments mit der Seriennummer 18737.
Einige Undichtigkeiten in der Luftversorgung wurden behoben, schnarrende Zungen korrigiert und die bis dato fürchterlich quietschende Registermechanik komplett überholt.
Viel Aufwand habe ich aber auch in die Aufarbeitung des Gehäuses gesteckt: fehlende Zierleisten kopiert, verwurmte Gehäuseteile ausgetauscht, Tretschemel und Wippen überholt, die fehlende Frontklappe ergänzt, Bespannstoffe erneuert und schließlich eine neue, mehrschichtige Schellack-Lasur aufgebaut.
Mini-Balganlage
Manchmal gibt es ganz besondere Aufträge:
Für einen Profimusiker, der ein einer Melodica ähnliches Blasinstrument mittels Blasebalg spielen möchte, habe ich diese kleine Balganlage konstruiert.
Der mit Teppich bezogene Tretschemel ist zugleich der Schöpfbalg, der durch Federkraft zurückgestellt wird. Der Magazinbalg links daneben kann durch einen Stopper arretiert werden, so daß man wahlweise mit konstantem Luftdruck oder mit Expression spielen kann.
Witzig, aber es funktioniert großartig!
Balthasar – Florence, Namur (ca. 1885)
Ist das nicht ein Prachtexemplar geworden? Nachdem die Schöpfbälge komplett überholt sind, deren sämtliche Ledernähte aufgerissen waren (das nebenstehende Photo enstand während der Arbeiten), kann man aus den fünf Spielen im Baß und den sieben im Diskant wieder die gesamte Klangfülle herausholen. Dazu wurde auch die Percussion feinfühlig justiert.
Für das Prolongement und das Grand Jeu gibt es eine Hackenauslösung; zusätzlich eine Transponiereinrichtung, bei der man durch Verschieben der Tastatur in einem Bereich von einer Oktave die Tonart wechseln kann. Die Transponierskala vor dem hinter Glas liegenden, kreisrunden Firmenschild zeigt das Bild rechts.
Für ein besseres Handling hat das imposante Gehäuse aus Wurzelholzfurnier Schwerlastrollen erhalten.
Magnus Hofberg, Leipzig (ca. 1902)
Mal ehrlich: Könnten Sie es ertragen, wenn so ein Instrument auf dem Sperrmüll landet? Hab's gerade noch gerettet!
Neunzehn Register aus fünf und drei halben Spielen in einem imposanten Gehäuse der Jahrhundertwende – das wäre nicht nur musikalisch, sondern auch kulturhistorisch ein unwiederbringlicher Verlust.
Natürlich ist da noch viel dran zu tun, denn einige Gehäuseteile sind schon verloren gegangen, und Bälge und Mechanik müssen überholt werden.
Bis es wieder den für Hofberg typischen, warmen Klang verströmen kann, wird wohl noch etwas Zeit vergehen...
Theodor Mannborg, Leipzig (ca. 1897)
Aus den frühen Firmenjahren des renommierten Herstellers stammt dieses mit Seriennummer 2142 gekennzeichnete, kompakte, einspielige Harmonium. Es wurde noch von den Gebrüdern Hug vertrieben, die Mannborg zu Beginn seiner Tätigkeit in der Vermarktung unterstützten.
Dank der tatkräftigen und handwerklich geschickten Mitarbeit der Besitzerin ist es wieder wunderschön geworden – nicht zuletzt durch die Bespannstoffe aus dunkelroter Wildseide. Da spürt man das künstlerische Empfinden und die feinsinnige Ästhetik; schließlich gehört es einer Malerin...
Wilhelm Emmer, Magdeburg
(Hersteller: Hermann Burger, Bayreuth, um 1880)
Aus dem Dornröschenschlaf geweckt:
Ein "klassisches Vierspiel" Druckwindharmonium, das im wesentlichen nur an in den Balgfalten gerissenen Schöpfbälgen krankte.
Aufwendige Schnitzereien verzieren das aufgearbeitete Gehäuse - optisch und klanglich nun wieder ein Traum...
Wetzel & Sohn, Hamburg (vor 1930)
Wie das unten beschriebene Balthasar-Florence ist dies ein äußerst kompaktes und gut transportables Kleinharmonium – nach Aussage seiner Besitzerin bei den Urgroßeltern als Picknick-Begleiter beliebt.
Auffällig sind die sehr kurzen Obertasten (nur 42 mm statt der üblichen 85 mm), das macht Tonarten mit vielen Vorzeichen etwas schwierig spielbar. Auch hier liegen die Schöpfbälge auf der Rückseite, wodurch die gesamte Bautiefe nur 29 cm beträgt.
Sogar die Akkord-Automatik (jawohl, das ist keine neuzeitliche Erfindung von Keyboardherstellern!) ist wieder benutzbar, nachdem die Bedientasten mit neuen Gewindestiften und Bronzefedern versehen wurden. Fünf Knöpfe sind leider verloren gegangen – Holzknöpfe dienen erst einmal als Ersatz, bis die passenden gefunden worden sind.
Theodor Mannborg, Leipzig (um 1903)
Das bleibt jetzt aber mal in der Familie, wenn auch nicht im Lande. Nach seiner gründlichen Aufarbeitung geht dieses kompakte, zweispielige Harmonium für die "kleine Hausmusik" zu meiner Schwester in die Nähe von Cambridge nach England...
Brüning & Bongardt
Auch das kleinste Gotteshaus braucht ein Musikinstrument.

So steht nun dieses zweispielige Harmonium nach gründlicher Überarbeitung ( Blasebälge neu betucht, Mechanik überholt, Stimmstock repariert, Gehäuse aufgearbeitet) als Stiftung meiner Werkstatt in der Autobahnkapelle Heseper Moor an der A31 zwischen Twist und Geeste.

Komplettrestaurierung und Rekonstruktion eines zweimanualigen Pedalharmoniums Fabrikat Hörügel
Ein ganz besonderer Schatz: Ein siebenspieliges Harmonium, das leider sehr unfachmännisch mit einem elektrischen Gebläse nachgerüstet worden ist. Mein Ziel ist es, den Originalzustand zu rekonstruieren (die Schöpfbälge existieren z.B. nicht mehr, und zahlreiche Indizien weisen darauf hin, daß ursprünglich eine Handschöpfanlage vorhanden war).
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